LOFT
LAUGHING AT MAN KIND
Lisa Tracy Michalik - Sprache, Text Nancy Meier - Altflöte, Bassflöte Maxine Troglauer - Bassposaune John Eckhardt - Bass Liam Byrne - Viola da gamba Tilo Weber - Schlagzeug, Komposition
(english: see below)
.
LAUGHING AT MAN KIND ist ein Konzertprogramm von Schlagzeuger Tilo Weber mit Texten von Lisa Tracy Michalik, in dem Sprache und Musik zwischen Jazz, zeitgenössischer Musik und Alter Musik auf ungewöhnliche Weise miteinander in Beziehung treten. Erinnerung, Vergangenheit und Zeitlichkeit finden neue Verbindungslinien: Sprache wird nicht einfach vertont, Musik illustriert die Texte nicht. Beide begegnen sich als eigenständige künstlerische Formen und entwickeln gemeinsam eine Performance, in der musikalische und politische Perspektiven ineinandergreifen.
https://lisatracy.de/ https://tiloweber.de/Mit der Autorin Lisa Tracy Michalik sowie Maxine Troglauer und Nancy Meier begegnen Weber drei kongeniale und international renommierte Partnerinnen. Ihre künstlerischen Arbeiten zeichnen sich durch Kreativität, Vielseitigkeit und eine radikale wie feinsinnige Haltung aus. Michalik ist Autorin, Kuratorin sowie Mitgründerin und Herausgeberin des defrag zine. Ihr Schreiben versteht sie als dezidiert queer und in einer afrodiasporischen Tradition verortet. Für LAUGHING AT MAN KIND werden ihre Texte erstmals überhaupt gemeinsam mit Musik auf einer Bühne zu erleben sein.
https://www.maxinetroglauer.net/ https://www.nancymeier.ch/Für dieses neue Quintett komponiert Weber einen Klangkosmos, der sich an der Intimität und klanglichen Authentizität des Ensembles des Norwegers Christian Wallumrød orientiert und zugleich Impulse aus der Musik der Renaissance und des Mittelalters aufnimmt. Im Zentrum steht eine besondere klangliche Architektur: das stark repräsentierte Bassregister trifft auf die perkussiven Impulse des Schlagzeugs und die helle Beweglichkeit der Flöte. Kontrapunktische Verfahren werden dabei nicht als historische Formeln übernommen, sondern als Möglichkeit verstanden, unterschiedliche Stimmen, Zeiten und Perspektiven miteinander in Spannung zu setzen. Liam Byrne verbindet auf der Viola da Gamba die Auseinandersetzung mit wenig bekanntem Repertoire des 16. und 17. Jahrhunderts mit neuen elektronischen und interdisziplinären Formen. John Eckhardt, ein moderner Jäger und Sammler rund um den Kontrabass, ist seit fast drei Jahrzehnten prägend in der zeitgenössischen Musikszene aktiv. Im Zentrum seiner Arbeit stehen interdisziplinäre Projekte zu Themen wie Ökologie, Evolution und Vielfalt.
https://www.liambyrne.net/ https://www.johneckhardt.de/ Das Publikum ist Teil eines Konzerts, das politische Fragen nicht nur benennt, sondern in Klang, Rhythmus, Stimme und Gegenwart erfahrbar macht. Die Musik führt dabei auch historische Dimensionen mit: Vergangenes erscheint nicht als abgeschlossen, sondern erblüht als Chance, die in der Gegenwart neu gehört und befragt werden kann. Anknüpfend an musikalische Konzepte, die Weber unter anderem in seinem Trio TESSERAE mit Cembalo entwickelt hat, entsteht für die ungewöhnliche Besetzung eine neue Klangsprache zwischen improvisatorischer Offenheit, komponierter Struktur und den vielschichtigen Formen Alter und zeitgenössischer Musik. Dabei führt Weber auch das klangliche Konzept seiner preisgekrönten Ensembles FOUR FAUNS und FIVE FAUNS weiter und spannt einen großen Bogen zu seinen früheren Arbeiten in Berlin. LAUGHING AT MAN KIND verbindet Sprache und Musik, Gegenwart und Erinnerung, individuelle Stimme und gemeinschaftlichen Klang. Ein Konzertprogramm, in dem politische Texte nicht neben der Musik stehen, sondern Teil eines musikalischen Denkraums werden – und in dem Musik zwischen Jazz, zeitgenössischen Verfahren und Alter Musik neue Wege findet, über Zeit, Gesellschaft und Zusammenleben nachzudenken. Lisa Tracy Michalik - vocals, Lyrics Nancy Meier - alto flute, bass flute Maxine Troglauer - bass trombone John Eckhardt - bass Liam Byrne - viola da gamba Tilo Weber - percussion, composition.
LAUGHING AT MAN KIND is a concert program by drummer Tilo Weber featuring texts by Lisa Tracy Michalik, in which language and music - spanning jazz, contemporary music, and early music - interact in an unusual way. Memory, the past, and temporality find new connections: language is not simply set to music, nor does the music merely illustrate the texts. Both meet as independent artistic forms and together develop a performance in which musical and political perspectives intertwine.
In author Lisa Tracy Michalik, as well as Maxine Troglauer and Nancy Meier, Weber finds three kindred spirits and internationally renowned collaborators. Their artistic work is characterized by creativity, versatility, and an approach that is both radical and nuanced. Michalik is an author, curator, and co-founder and editor of defrag zine. She views her writing as decidedly queer and rooted in an Afro-diasporic tradition. For LAUGHING AT MAN KIND, her texts will be presented on stage alongside music for the very first time.
For this new quintet, Weber composes a sonic cosmos that draws on the intimacy and tonal authenticity of Norwegian musician Christian Wallumrød’s ensemble while also incorporating influences from Renaissance and medieval music. At its core lies a distinctive sonic architecture: the strongly represented bass register meets the percussive impulses of the drums and the bright agility of the flute. Counterpoint techniques are not adopted as historical formulas, but are understood as a means of creating tension between different voices, time periods, and perspectives. On the viola da gamba, Liam Byrne combines an exploration of little-known 16th- and 17th-century repertoire with new electronic and interdisciplinary forms. John Eckhardt, a modern “hunter-gatherer” of the double bass, has been a defining figure in the contemporary music scene for nearly three decades. His work centers on interdisciplinary projects addressing themes such as ecology, evolution, and diversity. The audience is part of a concert that not only addresses political issues but also makes them tangible through sound, rhythm, voice, and the present moment. The music also incorporates historical dimensions: the past does not appear as something concluded, but blossoms as an opportunity that can be heard anew and examined in the present. Building on musical concepts that Weber has developed, among other places, in his trio TESSERAE with harpsichord, a new musical language emerges for this unusual ensemble - one that balances improvisational openness, composed structure, and the multifaceted forms of early and contemporary music. In doing so, Weber also builds upon the sonic concept of his award-winning ensembles FOUR FAUNS and FIVE FAUNS, drawing a broad connection to his earlier work in Berlin. LAUGHING AT MAN KIND combines language and music, the present and memory, individual voices and collective sound. A concert program in which political texts do not stand alongside the music but become part of a musical space for reflection - and in which music, drawing on jazz, contemporary techniques, and early music, finds new ways to reflect on time, society, and coexistence.Spielstätte:
LOFT
Das LOFT im Kölner Stadtteil Ehrenfeld ist genau das, was der Name verspricht: ein großräumiges Loft in der obersten Etage einer ehemaligen Parfümfabrik. Seit 1989 hat die musikalische Avantgarde dort ihr Zuhause und für Jazzstudierende ist es Szenetreffpunkt und Versuchslabor zugleich.
In dieser Zeit hat sich der Ort zu einer geschätzten Bühne für improvisierte und zeitgenössische Musik sowie Jazz mit nationaler und internationaler Ausstrahlung entwickelt. Die meisten Kölner Jazzmusiker:innen, die in den letzten drei Jahrzehnten überregional in Erscheinung getreten sind, haben hier ihre ersten Karriereschritte gemacht, darunter Nils Wogram, Hayden Chisholm, Angelika Niescier, Frank Gratkowski, Robert Landfermann, Pablo Held und Sebastian Sternal.
Kölner Triennale, WDR und Deutschlandfunk veranstalten im LOFT Konzerte und Aufnahmen; fünfmal war das Haus beim Moers Festival zu Gast. Der eigene Verlag 2ndFloor veröffentlicht Aufnahmen, über 1.000 im LOFT-Tonstudio entstandene Live- und Studioproduktionen sind auf anderen Labels erschienen. Getragen von 2ndFloor e. V. und dem Kollektiv jungesloft kommt der Ort auf über 200 Veranstaltungen im Jahr.
Instrumente auf Spitzenniveau – etwa ein Steinway D-Flügel –, ein professionelles Tonstudio mit mehrfach ausgezeichneten Tonmeister:innen und die besondere Atmosphäre haben zahlreiche prominente Gäste angezogen, von Lee Konitz, Steve Lacy und Peter Brötzmann bis Kurt Rosenwinkel, Marilyn Crispell und Jim Black. Der Schwerpunkt der Programmarbeit liegt jedoch auf der Förderung der Kölner Musiker:innen.
Seit 2009 erhält das LOFT jährlich die Spielstättenprogrammprämie NRW, die insbesondere die Nachwuchsförderung honoriert. 2016 nahm der britische Guardian es in seine Liste der zehn besten Jazzclubs Europas auf. Beim Deutschen Jazzpreis wurde es 2021 und 2023 als „Club/Spielstätte des Jahres" ausgezeichnet.
Weitere Termine im LOFT:
-
Finissage: Hyou Vielz – Der stille Chronist
Beginn: 11.30 Uhr, Ende: spätestens 13 Uhr
-
Lariza
Lena-Larissa Senge - Gesang, Synthesizer, Lorenz Schönle - Saxophon, Flöte, EWI, Gesang, Raissa Mehner - Gitarre, Elektronik, Gesang, Duy Luong - Bass, Elektronik, Lukas Schwegmann - Schlagzeug, Elektronik
-
Ein gemeinsamer Klang: Yaniel Matos & Radek Stawarz
Yaniel Matos - Violoncello, Piano, Stimme, Radek Stawarz - Violine
-
Georg Graewe@70 - fifty years on record / day 01
Georg Graewe - Piano Solo, &, ACUTANCE:, Laura Strobl - Viola, Georg Graewe - Piano, Mark Sanders - Schlagzeug
-
Georg Graewe@70 – fifty years on record / day 02
Georg Graewe - Piano Solo, &, ACUTANCE plus:, Frank Gratkowski - Klarinetten, Laura Strobl - Viola, Georg Graewe - Piano, Joe Williamson - Bass, Mark Sanders - Schlagzeug
-
Bode · Zitt · Landfermann · Berger
Bruno Bode - Saxophon, Justin Zitt - Piano, Robert Landfermann - Bass, Leif Berger - Schlagzeug
-
RENNER – Never Ending Story | live recording
Moritz Renner - Posaune, Tabea Kind - Bass, Valentin Renner - Schlagzeug
-
Bishop/Müller/Muche/Block – Celebrate the Trombone!
Jeb Bishop - Posaune, Matthias Müller - Posaune, Matthias Muche - Posaune, Olivia Block - Elektronik, Tasten, Stimme
-
Rupert Gillett Trio | Album-Release & live recording
Rupert Gillett - E-Cello & Gesang, Valerie Rathmann - Bass & Gesang, Tim Schmiedner - Schlagzeug & Percussion
-
Tamara Lukasheva: "Seasons" with Dyvyna
Tamara Lukasheva - Gesang, Ensemble "Dyvyna" - Gesang